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Sanfte Hilfe bei allergischer Augenreizung

Viele Medikamente versprechen Linderung, wenn die Augen geschwollen sind, jucken und brennen. Doch diese haben ihre Nachteile und nicht immer sind sie vonnöten. Oft können auch sanftere Mittel helfen.

Fast jeder Mensch sehnt sich nach dem Frühjahr, den ersten wärmenden Sonnenstrahlen, dem ersten sprießenden Grün. Nicht so Franziska K., sie ist froh, wenn diese Jahreszeit vorbei ist. Vor die Tür traut sie sich nur mit großer Sonnenbrille. Auch im Geschäft, in dem die Modeverkäuferin arbeitet, behält sie diese auf. Der Grund dafür: Wie viele Heuschnupfen-Geplagte leidet die 42-Jährige an einer allergischen Augenreizung, die durch Blüten- oder Gräserpollen ausgelöst wird.  Geraten die Schleimhäute von Nase und Augen in Kontakt mit der allergen-auslösenden Substanz weiten sich die feinen Blutgefäße und Flüssigkeit tritt aus. Rötung, Schwellung, Schnupfen und Tränenfluss sind die Folge. Erst wenn die Tränen die Allergene aus den Augen gespült haben, lassen die Beschwerden allmählich nach.

Wenn das Immunsystem überempflindlich reagiert

Was viele nicht wissen: Es sind nicht die Allergene selbst, sondern die körpereigenen Stoffe wie beispielsweise das Histamin, die diese Beschwerden hervorrufen. Der Organismus bekämpft die Pollen wie schädliche Krankheitserreger. Die Immunzellen schütten entzündungsfördernde Substanzen aus, die dem Organismus zusetzen. Deshalb zählt die Pollenallergie auch zu den Autoimmunerkrankungen. Damit die Bildung dieser Botenstoffe verhindert wird,  verordnet der Arzt meist entweder Histaminhemmer oder Medikamente mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure. Das Problem dabei ist: Das Medikament hilft nur, wenn man es präventiv in die Augen träufelt. Im Idealfall sollte es bereits zwei bis drei Wochen vor Beginn des jeweiligen Pollenfluges verwendet werden. Trotz entsprechender Kalender, die Aufschluss über die Blütezeit der verschiedenen Pflanzen geben, weiß man trotzdem meist nicht genau, wann mit dem nächsten Pollenflug zu rechnen ist. Zum einen schwankt aufgrund des Wetters die Blütezeit der verschiedenen Bäume und Gräser doch erheblich. Zum anderen stimmen die Vorhersagen von Apps und Internetportalen oftmals nicht, da die meisten über kein flächendeckendes Netz an Wetterstationen verfügen. Als verlässlich hat sich die Stiftung deutscher Polleninformations-dienst erwiesen, die in ihrem Newsletter wöchentlich eine Vorhersage anbieten (www.pollenstiftung.de).

Pflanzliche Heilmittel können helfen

Bei der Anwendung der Antihistaminika, die als Augentropfen verabreicht werden, kann es zu vorübergehenden Augenbrennen kommen. Alternativ zu der Schulmedizin bietet die Anthroposophische Medizin sanfte natürliche Hilfe. Ihr Anliegen ist es, nicht nur die Krankheitssymptome zu lindern, sondern auch die Selbst-heilungskräfte des Körpers anzuregen. Je nach Beschwerdebild und -grad können diese Mittel eine schulmedizinische Behandlung durchaus ergänzen. Patienten können die Anthropo-sophischen Präparate aber auch als alternative Therapie nutzen. Diese natürlichen Heilmittel enthalten verdünnte Auszüge aus pflanzlichen, tierischen und mineralischen Stoffen und sind homöopathisch. Als Globuli eingenommen oder als Tropfen zur äußeren Anwendung sollen sie dem Körper einen kleinen Impuls geben, um aus eigener Kraft, wieder ins Lot zu kommen.

Globuli geben leichte Impulse

Bei allergischen Erkrankungen hat sich die Eichenrinde bewährt. Dass sie antiallergisch wirkt, weiß man erst seit kürzerer Zeit. Für die Herstellung einer Arznei verwendet man nur die glatte,  Spiegelrinde jüngerere Eichen, da diese über einen hohen Gehalt an Kalksalzen und Gerbstoffen verfügen. Diese wirken austrocknend, entzündungshemmend und stärken zudem den Darm. Damit wird zugleich auch die Ursache für die Entstehung der Allergie behandelt. Häufiger als man bislang glaubte, ist eine gestörte Darmflora daran beteiligt.

Auch die Berberitze hilft nicht nur bei Bindehautentzündungen und anderen akuten Entzün- dungen und Schwellungen der Schleimhäute, sondern soll zugleich den gesamten Organismus kräftigen. So setzt man den heilpflanzlichen Wirkstoff Berberin, der vor allem in der Wurzel vorhanden ist, auch bei Leberfunktions-störungen, Gallenleiden, aber auch bei Gelbsucht und Verdauungsstörungen ein. Kombiniert wird diese Substanz mit dem Mineralstoff Quarz, der bei allen Störungen der Sinnesorgane helfen soll.

Die Pflanze Augentrost: ihr Name hält, was er verspricht

Für die Herstellung von antiallergischen Augentropfen werden vor allem pflanzliche Auszüge genutzt. Neben den Heilpflanzen Schöllkraut und Sonnenhut, hat sich vor allem der Einsatz von Augentrost bewährt.  Ihrer deutschen Bezeichnung macht sie alle Ehre. Auf lateinisch heißt die zartblättrige kleine Pflanze, die vor allem auf trockenen Weiden und Magerwiesen wächst, Euphrasia, was so viel wie Wohlbefinden oder Freude bedeutet. Diesen Namen verdankt sie zum einen sicherlich ihrem schönen Aussehen, doch zum anderen auch ihrer wohltuenden Wirkung. Augentrost kann vor allem die typischen Symptome einer Allergie wie Schwellungen und Augenreizungen lindern. Augentrost hilft aber nicht nur bei Heuschnupfen, sondern auch bei trockenen und übermüdeten Augen, da die Pflanze beruhigend wirkt. Ihr Einsatzgebiet ist aber noch umfassender. So kann sie auch bei Augenerkrankungen, wie Lidödemen, Gerstenkorn oder Bindehautentzündung schnell Besserung bringen.

Schon die Menschen im Mittelalter wussten dies zu schätzen. Damals zerstieß man die Pflanze samt Blätter und Stängel und legte die noch feuchte Mischung auf die Augen. Oder man träufelte den ausgedrückten Saft in die Augen. Die Heilpflanze eignet sich als verdünnter Auszug auch für die innere Anwendung. Dabei helfen diese Globuli nicht nur gegen Heuschnupfen, sondern auch bei Husten, Heiserkeit und Nebenhöhlenentzündung. Sowohl Globuli als auch Augentropfen sind frei von Nebenwirkungen und rezeptfrei erhältlich.