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Achtsam bewegen

Rückenprobleme, Gelenkschmerzen und Verspannungen können einem den Spaß an der Bewegung ganz schön verderben. Die Alexander-Technik zeigt, wie man sich optimal bewegt.

„Selbstkorrektur ist wenig zielführend, denn der Betreffende weiß ja gar nicht, wie und mit welchen Mitteln er das machen soll“; erklärt A.-C. Hansen, die sich selbst federleicht durch die Welt zu bewegen scheint. Die Gefahr, dass sich dabei die Fehler sogar verfestigen und sich weitere Fehler einschleichen, ist deshalb groß. Man komme dann ins „doing“, erklärt die quirlige Hansen, aber ihrem Lehrer Alexander, dem Erfinder der gleichnamigen Methode sei es hingegen gerade ums „Non doing“ gegangen. Nichtstun ist jedoch viel schwieriger als man glaubt. Vor allem bei Stress oder bei Prüfungsangst und anderen emotional und psychisch belastenden Situationen reagieren unsere Nerven und damit unsere Muskeln und unser Körper wie ein Automat, reflexartig. Leicht und schnell kann es dabei geschehen, dass dabei unwillkürlich auch falsche Muskeln angespannt werden. Geschieht dies öfter, können dadurch das innere Balancesystem und somit die natürlichen Bewegungsabläufe nachhaltig gestört werden. Die Haltung verändert sich und die Koordination des Körpers läuft nicht mehr reibungslos ab. Ob nun Tennisarm, Nackenverspannungen oder der immer häufiger diagnostizierte Beckenschiefstand, so gesehen sind viele dieser Beschwerden Folge falscher Bewegungsgewohnheiten.

„Das Richtige geschieht von ganz allein, wenn man mit dem Falschen aufhört“

Dagegen kann man weder mit starren Trainings-Programmen noch mit Yoga- oder Pilates-Übungen etwas ausrichten. Frederick Matthias Alexander (1869 – 1955), Erfinder der gleichnamigen Technik, war überzeugt, dass eine Veränderung die bewusste Wahrnehmung unseres Fühlens und Denkens voraussetzt. Wie das funktioniert, zeigt mir Alexander-Lehrerin Hansen. Während ich auf dem Stuhl sitze, fordert sie mich auf, die Hand meines linken herabhängenden Arms zu einer Faust zu ballen. Automatisch folge ich ihrer Direktive. Nach nur wenigen Sekunden darf ich sie wieder öffnen und soll den Auswirkungen der Anspannung nachspüren. Tatsächlich kann ich sogar bis in den Nacken hinauf die Nachwehen der kurzen Verkrampfung fühlen. Es scheint ewig zu dauern, bis die Muskulatur wieder einigermaßen locker ist. Ich begreife, dass es offensichtlich viel schwerer ist, los zu lassen als reflexartig irgendwelche Muskeln anzuspannen. Wem es gelingt, bei bestimmten Signalen nicht immer automatisch zu reagieren, hat schon einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan. „Innehalten“ heißt deshalb eines der Zauberworte Alexanders. Und das sollte man immer dann tun, wenn man merkt, dass bestimmte Gewohnheiten und Muster dazwischen funken. Laut Alexander geschieht das Richtige von ganz allein, wenn man mit dem Falschen aufhört.(…)

 

 

 

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