Neueste Artikel

Homöopathie für die Seele

Angst- und Schlafstörungen oder Depressionen: die Homöopathie hilft nicht nur bei körperlichen, sondern auch bei vielen seelischen Beschwerden.

Die Samen der Ignatiusbohne enthalten die bekannte Substanz Strychnin. Jeder weiß, dass sie hochgiftig ist. Doch das darin enthaltene starke Nervengift ist auch ein Heilmittel, das verdünnt und homöopathisch aufbereitet bei Magen- und Darmschmerzen, Krämpfen, Leberbeschwerden und Vergiftungen eine lindernde Wirkung zeigt. Die homöopathische Arznei wirkt aber nicht nur körperlich, sondern ganzheitlich. Ignatia zeigt seine besten Eigenschaften bei seelischen Beschwerden wie nervöser Gereiztheit, Weinerlichkeit und depressiver Verstimmung. „Es ist ein gutes Kummermittel und hilft bei Verlust und Trennungsschmerz“, weiß die auf Homöopathie spezialisierte Heilpraktikerin Jenny Hertz aus praktischer Erfahrung.

Homöopathie – Gleiches mit Gleichem heilen

Über tausend verschiedene homöopathische Arzneien gibt es heute – hergestellt aus Mineralien, Pflanzen, Tieren und Tierprodukten. Jeder dieser Stoffe ruft bei einem gesunden Menschen eine ganz bestimmte Kombination von Symptomen hervor. Und für genau dieses Beschwerdebild eignet sich die Substanz auch als Arzneimittel. Davon war der Arzt Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie überzeugt. Er stellte Ende des 18. Jahrhunderts den medizinischen Grundsatz auf, dass man Gleiches sehr gut mit Gleichem heilen kann. Dabei geht die Heilkunst von folgender These aus: Je stärker der Ausgangsstoff verdünnt und desto öfter er verarbeitet wurde, umso stärker sind dessen Impulse und somit dessen Wirkungen. Deshalb sollen die kleinen weißen Globuli, wirken, obwohl sie praktisch nur aus Milchzucker bestehen. „Das Mittel ist sehr energiereich, da es bei jedem Verarbeitungsschritt energetisch immer mehr geladen wird“, erklärt die Hamburger Heilpraktikerin Jenny Hertz. Vor allem in der Behandlung psychischer Probleme und Beschwerden sieht sie eine große Stärke dieser alternativen Heilkunst. „Im Gegensatz zur Therapie mit Heilpflanzen ist das Einsatzgebiet der Homöopathie besonders bei psychischen Leiden viel breiter“, so Jenny Hertz. Selbst bei Ängsten und Zwängen haben Homöopathen gute Erfahrungen mit den verdünnten hochpotenten Substanzen gemacht. Der indische Psychiater Mahesh Ghandi weist darauf hin, dass das richtige homöopathische Mittel nicht nur bei einfachen psychischen Störungen, sondern sogar bei schweren psychotischen Krisen helfen kann. „Es stärkt das Ich und hilft zwischen den strengen moralischen Forderungen des Über-Ichs und den eigenen Wünschen zu vermitteln“.

Wie finde ich die richtige homöopathische Arznei für mich?

In der klassischen Homöopathie geht man davon aus, dass jeder Patient auf ganz spezifische und einzigartige Weise erkrankt und dieses Leiden auch auf ganz unterschiedliche Weise durchlebt. Die große Aufgabe, die es für den Homöopathen zu meistern gilt, ist die zum jeweiligen Patienten und seinen Beschwerden passende Arznei zu finden. Der homöopathische Behandler muss deshalb einen guten Zugang zur Persönlichkeit des jeweiligen Patienten finden. Daher ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt oder Heilpraktiker in der Anamnese, dem Erstgespräch, viel über die Lebensumstände des Patienten, seine Einstellungen und sein inneres Erleben erfährt. Die Anamnese erinnert  in mancher Hinsicht an ein psychotherapeutisches Gespräch. „Die ganzheitliche Heilung erreicht man am ehesten mit einem Mittel, das die Psyche in ihrer Komplexität voll erfasst“, erklärt Hertz. Die Entscheidung für ein Mittel trifft die Stuttgarter Ärztin Claudia de Laporte beispielsweise auch danach „wie die Patienten gestrickt sind und sich im seelischen Gleichgewicht zu halten versuchen. Ziehen sie sich zurück, werden sie wütend, sind sie überaktiv oder weichen sie auf körperliche Beschwerden aus“. Durch gezieltes Fragen kann der Behandelnde nacheinander viele der möglichen Mittel ausschließen. Die Patienten geben dem Behandler aber auch unbewusst viele Hinweise. Der argentinische Arzt Carlos N. Campora achtet sehr darauf, wie sich der Patient in seiner Praxis verhält, wie seine Gesten sind und seine Haltung, all dies ist sehr hilfreich bei der Suche nach dem richtigen Mittel. Hat er dieses gefunden, verabreicht er die Arznei meist in einer Hochpotenz, beispielsweise in der Dosierung C 200. Das Mittel muss der Patient ein- oder gelegentlich zweimal im Abstand von vier bis sechs Wochen einnehmen. Wichtig zu wissen: „Die Wirkung einer hochpotenten homöopathischen Arznei stellt sich nicht sofort ein, sondern erst nach längerer Zeit. Nach vier Wochen sollte eine spürbare Wirkung und Besserung der Symptome eintreten“, so die Homöopathie-Expertin Jenny Hertz. Doch nicht immer kann man so lange warten. Um die Psyche des Patienten schneller zu stabilisieren, verordnen homöopathische Ärzte begleitend zu den Globuli auch konventionelle Medikamente. Bei schweren Depressionen und Suizidgedanken ist es in jedem Fall notwendig, dass der Betroffene einen ausgebildeten Mediziner konsultiert.

Homöopathie für die Seele: Welche Heilmittel tatsächlich helfen

Da es selbst für Ärzte nicht so einfach ist das richtige Mittel zu finden, raten die meisten Vertreter der klassischen Homöopathie von einer Selbstbehandlung ab. Doch diese Sicht scheint der Heilpraktikerin Jenny Hertz zu dogmatisch. „Es gibt auch einige Mittel, die unabhängig von der jeweiligen Konstitution und Verfassung, bei den meisten Menschen ihre Wirkung entfalten“, sagt sie. Häufig verordnet sie neben Ignatia bei leichten seelischen Störungen auch die Mittel Natrium muraticum oder Aurum metallicum. Natrium muraticum ist für Menschen geeignet, die allzu lange Probleme unterdrückt und verdrängt haben und bei denen der Kummer chronisch geworden ist. „Schon als Kinder haben Betroffene bereits den Eindruck erhalten, dass sie ihre Gefühle nicht ausdrücken und ihre seelischen Nöte nicht zeigen dürfen. Diese Arznei kann sie darin unterstützen, lang verdrängtes seelisches Leid anzuschauen und besser zu bewältigen“, erklärt Jenny Hertz. Aurum metallicum hingegen wird sehr häufig bei Depressionen eingesetzt (…)

 

Den ganzen Artikel finden Sie auf:

www.bewusster-leben.de/homoeopathie-fuer-die-seele/

Gemmotherapie zeigt große Wirkung

Zarte Knospen – große Wirkung

Sie wirkt schneller als Schmerzmittel und besser als manches Antibiotikum: die Gemmotherapie. Ob bei Entzündungen, Erkältungen oder Immunschwäche – die Extrakte aus Blütenknospen sind verlässliche Krankenhelfer.

Pflanzenextrakte, die besser als Antibiotika helfen? Das konnte die 45-Jährige Marlene Hansen zunächst nicht glauben. Seit Jahren bekam sie immer wieder Blasenentzündungen und musste notgedrungen Antibiotika nehmen. Keine Dauerlösung. Als ihr eine Freundin eines Tages einen Wachholder-Extrakt mitbrachte, war sie zunächst skeptisch und stellte das Mittel erst mal in den Arzneischrank. Aber als sie erneut Blasenbeschwerden bekam, griff sie kurzerhand zur Naturmedizin und sprühte sich den Extrakt in den Mund. Schaden konnte das Naturheilmittel ja nicht! Am Abend hatten sich die Beschwerden ein wenig gebessert. Bevor sie zu Bett ging, nahm sie es erneut. Am nächsten Morgen waren die Beschwerden fast verschwunden. Seither ist die Diplom-Kauffrau von der Gemmotherapie, einer relativ junge Therapieform, überzeugt.

Die Behandlung mit den Extrakten aus Pflanzenknospen, die in Frankreich und Belgien schon seit längerem populär ist, kommt nun auch nach Deutschland. Immer mehr naturheilkundlich arbeitende Ärzte und Heilpraktiker nutzen die sogenannten Gemmoextrakte zur Behandlung von Beschwerden. Und viele auf Naturheilunde spezialisierte Apotheken haben Gemmopräparate in ihr Sortiment aufgenommen.

Was unterscheidet die Phyto- von der Gemmotherapie

Während man in der klassischen Phytotherapie die ganze Pflanze oder verschiedene Pflanzenteile wie Samen, Rinden, Früchte, Blätter, Blüten und Wurzeln verwendet, enthalten Gemmotherapeutika allein die vitale Kraft junger Baumknospen, zarter Triebspitzen oder Wurzeltriebe …

veröffentlicht im Magazin bewusster leben 05/2015

Wie wertvoll bin ich?

 Mangelndes Selbstvertrauen und Selbstliebe beeinflusst unser Verhalten und unser Gefühlsleben negativ. Die Frage, wie man ein schlechtes Selbstwertgefühl steigern kann, beschäftigt deshalb seit langem viele Forscher und Psychologen. Die Antwort darauf ist nicht einfach.

Kaum eine Nachricht hat die Deutschen im Frühjahr 2015 derart erschüttert und zutiefst bewegt, wie der Absturz des Germanwings Airbus´ in Südfrankreich in den Rhone-Alpen. Der Pilot Andreas Lubitz hatte auf den Flug von Barcelona nach Düsseldorf den Absturz der Maschine bewusst herbeigeführt und sich selbst, die Flugbesatzung und 150 Passagiere in den Tod gerissen. Später fand man heraus, dass er an einer schweren Depression litt und er befürchtet hatte, schon in Kürze seinen Beruf als Pilot nicht mehr ausüben zu können. Was bringt einen jungen Mann zu einer derartigen Tat? Ein zu geringes Selbstwertgefühl könnte möglicherweise ein zentrales Motiv und auch eine wesentliche Ursache seiner Depression gewesen sein.

Was ist Selbstwert und Selbstvertrauen?

Für die Psychotherapeutin Friederike Potreck-Rose ist Selbstwert der Wert, den eine Person sich selber zuschreibt. Welchen Wert würden sich wohl die meisten Menschen auf einer Skala von 0 bis 10 geben? Potreck-Rose vermutet, dass die meisten Menschen ihren Selbstwert eher für zu klein als zu groß halten. Und auch Glücksforscherin Bea Engelmann berichtet aus ihrer Praxis: „Leider haben viele die Neigung, sich herabzusetzen und ein recht schlechtes Bild von sich“. Um Selbstvertrauen und auch Mut zum selbstbestimmten Leben zu entwickeln, ist jedoch das genaue Gegenteil richtig und hilfreich. „Grundsätzlich tut eine leichte Selbstüberschätzung gut“, ist die Bremerin überzeugt. Doch ganz so einfach ist es nicht, wie die neuere Forschung zum Thema Selbstvertrauen zeigt. Diese belegt, dass ein allzu hoher Selbstwert durchaus mit Problemen behaftet sein kann und oft negative Auswirkungen zeigt. „Diese Menschen wirken oftmals arrogant, meinen Privilegien zu verdienen und bleiben deshalb hinter ihrem Leistungsvermögen zurück“, erklärt Robert Haringsma; Begründer des Amsterdamer Instituts für Positive Psychologie. Das eigene Umfeld hat dafür meist wenig Verständnis. Es sei deshalb problematisch, wenn ein großes Selbstwertgefühl dazu führt, dass man hinter seinen eigenen Möglichkeiten zurückbleibt, schreibt Haringsma in seinem Buch „Stärken Sie Ihr Selbstvertrauen“. Unter psychologischem Gesichtspunkt gebe es genug Belege für die Ansicht, dass man glücklicher wird, wenn man gefordert wird und sich entwickeln kann. Man werde sich, so schlussfolgert Haringsma, wohler fühlen, wenn man gute Leistung bringt. Es reicht offenbar also nicht aus, von sich ein nur positives Selbstbild zu haben.

Nicht den Selbstwert auf eine Karte setzen!

Genauso problematisch ist es allerdings, seinen Selbstwert ausschließlich von einer Kompetenz abhängig zu machen. Das hat eine neuere Studie der amerikanischen Psychologinnen Jennifer Crocker und Lora Park gezeigt. Sie ergab, dass bessere Leistungen nicht zwangsläufig eine Stärkung des Selbstvertrauens bewirkten. Zuvor hatten sie Menschen untersucht, die ihr Selbstvertrauen hauptsächlich auf ihre Erfolge und ihre Leistung stützten. Sie fanden heraus, dass das Selbstwertgefühl bei den Probanden nur dann so lange hoch war, solange sie genug leisteten. Sobald dies nicht mehr der Fall war und im Leben etwas schiefging, schwand dieses Gefühl rasend schnell dahin. So schnell, dass sich Depressionen und eine Vielzahl anderer Probleme einstellen konnten.

Allem Anschein nach hatte der Beruf für Andreas Lubitz eine herausragende Bedeutung und hohen Stellenwert. Sein Selbstwertgefühl hing stark von seiner Fähigkeit ab, ein Flugzeug fliegen zu können. Als der Pilot befürchtete, dass man ihm die Fluglizenz entziehen könnte, brach für ihn seine Welt zusammen. Er konnte sich nicht vorstellen, jemals einen anderen Beruf zu erlernen und auszuüben. Kompetenz, die Fähigkeit auf einem Gebiet überragend oder sehr gut zu sein, ist somit kein Garant für ein gesundes Selbstwert. „Bei Menschen, die ihre Kompetenzen gut entwickelt haben, wirkt es manchmal so, als hätten sie viel Selbstvertrauen. Sie strahlen Autorität aus und nötigen anderen durch ihr entschiedenes und resolutes Auftreten Respekt ab. Diese Ausstrahlung muss jedoch nicht unbedingt widerspiegeln, was sich in ihrem Inneren abspielt. Denn gerade sie können tief in ihrem Inneren sehr unsicher sein“ erklärt Haringsma. Häufig haben sie zwar großes Vertrauen in ihre Kompetenz, aber es mangelt ihnen an Selbstwertgefühl. Besonders Menschen, die zu Perfektionismus neigen, sind einerseits sehr leistungsstark andererseits fehlt es ihnen häufig an Eigenliebe und Selbstachtung.

Dasein ist köstlich, wenn wir selbstbestimmt leben können. Voraussetzung ist optimales Selbstvertrauen.

Für die Selbst-Bewertung sollten daher bestenfalls viele verschiedene Lebensbereiche eine Rolle spielen. Neben der Leistung im Beruf können soziale Kompetenz, gute Beziehungen zur Familie, zum Partner und Freundschaften, aber auch das Aussehen den Selbstwert positiv beeinflussen. Moralische und spirituelle Werte, für die man sich in Politik, in einem Verein oder in seinem Umfeld einsetzt, geben dem Leben oftmals nicht nur einen tieferen Sinn, sondern steigern auch den Selbstwert. Klar ist, dass das Selbstwertgefühl weniger gefährdet und somit stabiler ist, wenn es aus mehreren Quellen gespeist wird. Wer beispielsweise eine glückliche Partnerschaft führt oder gute Beziehungen zu seinen Mitmenschen unterhält, wird eine Kündigung leichter verkraften als der ehrgeizige Karrierist, der engen Beziehungen wenig Bedeutung beimisst. Umgekehrt wird eine Frau eine Trennung vom Partner vermutlich leichter verkraften, wenn sie in ihrem Beruf weiterhin Bestätigung erfährt und von ihren Kollegen geschätzt wird. Robert Haringsma schlussfolgert daher: „Selbstvertrauen kann nur stabil und stark sein, wenn sich Selbstwert und Kompetenzen im Gleichgewicht befinden“. Diesen Zustand bezeichnet der Vertreter der Positiven Psychologie als das optimale Selbstvertrauen. Ein solcher Mensch verkraftet sowohl Niederlagen und Rückschläge als auch Kritik besser. Denn eine Kritik an seinen eigenen Fähigkeiten wird er nicht mehr als Kritik an der eigenen Person empfinden, sondern als wertvolles Feedback wertschätzen. Auch den Mut, mal neue Wege zu beschreiten, bringt ein Mensch, der über optimales Selbstvertrauen verfügt, leichter auf. Wer danach strebt, hat tatsächlich alle Chancen ein besseres und selbstbestimmteres Leben zu führen.

erschienen in: www.psychologiebuch.de/main/blog/adventskalender2/

Wie die Seele den Rücken stärkt

In den seltensten Fällen haben Rückenschmerzen eine anatomische Ursache. Fast immer sind sie ein Hilferuf der Seele, ausgelöst durch Ängste, Stress und psychische Belastungen. Wir sagen, wie die Schmerzen entstehen und wie sie Ihrem Rücken und Ihrer Seele selber helfen können.

Picture of a woman with backache over white background

 Wir hocken stundenlang regungslos auf dem Bürostuhl und starren hochkonzentriert und bewegungslos auf den Monitor. Auch beim Essen, Zeitungslesen oder Fernsehgucken sitzen wir ständig. Dass unsere Lebensweise nicht besonders artgerecht ist, zeigt sich vor allem an der großen Zahl der Menschen, die unter Rückenschmerzen und Wirbelsäulenbeschwerden leiden – der häufigste Grund für Frühinvalidität und vorzeitigen Ruhestand. „Unsere Lebensweise ist rückenzerstörend“, konstatiert der Münchner Orthopäde Dr. Martin Marianowicz in seinem Buch „Den Rücken selbst heilen“. Es besteht kein Zweifel daran, dass Rückenbeschwerden aufgrund einer zu schwachen Muskulatur entstehen. Der Rücken wird getragen und gestützt von einem Korsett, zu dem nicht nur die Muskeln des Rückens zählen, sondern auch die des Bauches. Damit dieses Korsett seine Arbeit machen kann, muss es stark sein. Und deshalb, müssen die Rücken- und Bauchmuskeln regelmäßig gekräftigt und gedehnt werden.

Ein schwaches Korsett ist aber nicht der alleinige Grund für Rückenschmerzen. Neueste medizinische und wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Rückenschmerzen oftmals ein Hilferuf der Seele sind. „Der Schmerz bringt zum Ausdruck, inwiefern eine Lebenssituation und das eigene Verhalten dazu beitragen, den Rücken zu überlasten, und zwar in körperlicher wie auch seelischer Hinsicht“, erklärt Marianowicz. Wer seine Rückenleiden lindern möchte, kommt deshalb kaum daran vorbei, sich auch mit dem Befinden seiner Seele zu befassen. Es gibt vieles, was die Seele belasten kann. Stress im Job oder in der Familie drückt nachweislich aufs Kreuz, wenn man nicht für ausreichende Erholung und Entspannung sorgt. Beständiger Druck, Sorgen oder seelische Überlastung können ebenfalls Stress verursachen und die Schmerzwahrnehmung deutlich verstärken. Stress ist ein evolutionäres Warnsignal für den Körper, bei dem das Nervensystem unseres Körpers förmlich mit Stresshormonen überflutet wird. Die Bindegewebshüllen der Muskeln, die so genannten Faszien, beherbergen Millionen Nervenzellen und leiten die Sinneseindrücke in rasender Schnelligkeit weiter. Deshalb können unsere Muskeln bei Gefahr blitzschnell reagieren und können wir im Bruchteil von Sekunden komplexe Bewegungen ausführen.

„Kopf und Körper, sind über die Wirbelsäule und das Rückenmark miteinander verbunden“.

Unsere Muskeln sind ein großes Wahrnehmungsorgan

Wenn man immer wieder Stress und starke Emotionen erlebt, aber nicht wie in Urzeiten mit Flucht und Angriff reagieren kann, sondern die Situation einfach erträgt und erduldet, verkrampfen die Muskeln und in der Folge kommt es zu Verspannungen und starken Schmerzen im Muskelgewebe. „Beziehungs- und sozialer Stress kriechen unter die Haut, nehmen in den Muskeln Gestalt an und beladen den Rücken, bis er unter den Lasten zusammen bricht“, erklären die Rückenspezialisten Reiner und Kurt Mosetter in ihrem Buch „Wie der Rücken die Seele und die Seele den Rücken heilt“. So gesehen hängen körperliche und seelische Verspannung eng miteinander zusammen. Erst jetzt beginnt die Wissenschaft zu erforschen und besser zu verstehen, welch außerordentlich wichtiges Sinnesorgan unsere Muskulatur ist. Seelische Belastungen hinterlassen in den Nervenzellen unserer Muskeln Spuren und können unsere Körperabläufe schwer stören, sogar nachhaltig. Denn die Erinnerungsspuren des Erlebnisses oder traumatischen Belastung kann man nicht einfach mal eben löschen. Unsere Muskeln haben ein unglaublich gutes und lebhaftes Gedächtnis. Das heißt, die Muskeln bleiben weiterhin angespannt, obwohl der enorme Arbeits-und Leistungsdruck aufgehört hat. Wer sich mit den seelischen Ursachen nicht auseinandersetzt, wird wahrscheinlich weiterhin Rückenschmerzen haben, obwohl er mittlerweile wieder in Lohn und Brot steht und finanziell vielleicht sogar gut abgesichert ist. Die Spannung bleibt und die befeuert wiederum die Angst. (…)

erschienen in bewusster leben; Ausgabe 05/15

Die Seelentaucher

Viele Menschen lehnen die Hypnose als Therapie ab. Sie haben Angst vor dem Kontrollverlust. Zu Unrecht, denn wer hypnotisiert ist, ist nicht bewusstlos. Die moderne klinische Hypnotherapie wendet seriöse Methoden an und erzielt damit durchaus Heilerfolge.

Bis heute wird mit der Fähigkeit der Hypnose viel Scharlatanerie betrieben. So kann man in Fernsehshows sehen, wie Magier Menschen in nur wenigen Minuten von einer Schlangen- oder Spinnenphobie heilen. Dazu wird der Proband nur kurz in Trance versetzt, indem man ein Pendel vor seinen Augen hin und her schwingen lässt. Der Hypnotiseur gibt nun klare Handlungsanweisungen: „Fass die Spinne an“ oder erklärt mit klarer autoritärer Stimme: „Du hast keine Angst mehr vor Spinnen“. „Um ihre scheinbare absolute Macht zu demonstrieren, wecken Bühnenhypnotiseure ihre Opfer in der Regel mit einem Fingerschnipsen blitzschnell wieder auf. Oft mit fatalen Folgen. Denn „Showhypnotiseure können traumatisierende Emotionen in ihren Opfern mobilisieren, wissen aber mit dem, was sie in den Opfern ausgelöst haben, nicht umzugehen“, warnt die Deutsche Gesellschaft für Hypnose- und Hypnotherapie e.V. (DGH). Viele Menschen verbinden Hypnose bis heute mit Macht über willenlose Menschen. Auch aus diesem Grund ist es ein primäres Anliegen der DGH sich von diesen Laienhypnotiseuren abzugrenzen und die Hypnose als Instrument der Forschung und der Therapie respektabel zu machen sowie das Interesse an der „seriösen“ experimentellen und klinischen Hypnose in Deutschland zu fördern.

Was Skeptiker und Kritiker der Hypnose beruhigen mag: Gegen den eigenen Willen kann man nicht hypnotisiert werden. Zufolge großer Vergleichsstudien sind etwa 10 Prozent aller Menschen sehr gut hypnotisierbar. Das sind nicht etwa besonders Leichtgläubige, sondern vor allem Leute, die über eine lebhafte Vorstellungskraft verfügen. Ebenso viele sprechen nur schwer oder gar nicht auf Hypnose an, die meisten aber liegen im Mittelmaß – und das reicht für eine Behandlung aus. Im Prinzip ist jeder hypnotisierbar, der auch schlafen kann. Das Einzige, was einen Menschen daran hindern kann, in Trance zu verfallen, ist der eigene Wille, und die Angst vor dem Zustand der Trance.

Bei vielen körperlichen Erkrankungen, die durch psychische und soziale Faktoren bedingt sind, ist die Hypnotherapie als Behandlungsmethode längst anerkannt. Der von der deutschen Bundesregierung eingerichtete Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie kam zu dem Schluss, dass Erfolge in zwei Bereichen nachgewiesen seien: Zum einen hilft diese Methode beim Drogenentzug und bei Nikotinsucht, zum anderen erleichtert es die Bewältigung von Migräne oder Spannungskopfschmerzen. Überraschend sind auch die Erfolge bei narkoseresistenten Patienten, bei denen mithilfe der Hypnose kleinere Operationen und Eingriffe, wie Zahnbehandlungen oder Magenspiegelungen durchgeführt werden können.

Was ist Hypnose überhaupt für ein Zustand?

Der Begriff Hypnose leitet sich zwar etymologisch vom Griechischen Wort Hypnos ab, was soviel wie Schlaf bedeutet. Doch man ist während einer Hypnose nicht total bewusstlos. „Vielmehr befindet man sich in einem dritten Zustand, irgendwo zwischen Schlaf und wachen Bewusstsein, kurz vor dem Einschlafen oder dem Aufwachen. Die letzten Bilder vom Traum laufen noch, wir hören aber schon die ersten Geräusche“. Der Körper fühlt sich angenehm schwer und entspannt an, dabei kann man jedoch noch Geräusche aus der Umgebung wahrnehmen. In diesem besonderen Zustand der tiefen Entspannung kann der Körper neue Kraft tanken und Lösungsmöglichkeiten finden“, erklärt Carmen Büge, Heilpraktikerin und Hypnotherapeutin aus Karlsruhe. Die Angst, man würde unter Hypnose alles Mögliche erzählen und ausplaudern, sei deshalb unberechtigt, so Büge. Normalerweise führe der Therapeut mit seiner Stimme durch die Hypnose, der Patient höre entspannt zu. Im Gegensatz zu einem Schlafenden kann das Hirn eines Hypnotisierten auf unbewusste Weise aktiv den Bewegungsbefehlen, Vorschlägen und Anweisungen des Hypnotiseurs folgen. Da das Bewusstsein und seine kognitiven Kontrollmechanismen in dieser Zeit jedoch reduziert sind, kann der Hypnosetherapeut problemlos mit dem Unterbewusstsein des Patienten kommunizieren. Dort sind all unsere Erinnerungen, Konflikte, Gewohnheiten, Schmerzen, Wünsche, Ängste und vieles mehr verborgen.

Im Zustand der Trance ist der Patient besonders offen für Suggestionen und positive Vorstellungen. Ob es sich nun um Bilder oder Klänge handelt, unter Hypnose erleben die meisten Menschen diese nicht als bloße Vorstellung sondern als reales Geschehen. Somit kann eine alternative Wirklichkeit konstruiert werden, ohne dass das Bewusstsein ständig dazwischen „funkt“.

„Das Unterbewusstsein irrt und lügt nicht“

Die moderne Hypnotherapie betont in der Regel die Individualität jedes einzelnen Patienten. Sie strebt ein Patientenverhältnis auf Augenhöhe an. Das bedeutet, dass eine Hypnose nicht nach Schema F durchgeführt werden kann, sondern für jeden einzelnen Patienten der richtige Zugang und die passende Techniken gefunden werden müssen. Diesen neuen Ansatz entwickelte Milton Erickson (1901 bis 1980), der als Vater der modernen Hypnose gilt. Letztlich ist es ihm zu verdanken, dass Hypnose in der Psychotherapie wieder mehr zum Einsatz kam und sich die Einstellung gegenüber der Hypnose wandelte. Im Gegensatz zu dem früheren autoritären oder direktiven Stil, der bis in die 50er und 60er Jahre vorherrschend war, wollte der amerikanische Psychiater Erickson mit seinen Methoden, die begrenzte Fähigkeit des Bewusstseins erweitern, in dem er seine starren Denk-Strukturen lockerte: Zugleich wollte er das Unterbewusstsein anregen, selbst neue Lösungen zu finden. Letztlich ging es ihm darum, neue Ressourcen zur Selbstheilung zu erschließen, aber auch bereits vorhandene Ressourcen verstärkt zu nutzen. Ein kluger moderner Hypnotiseur überlässt dem Patienten die Interpretation der Geschichte und welche Bedeutung er der Suggestion gibt. Schließlich soll dieser selber das Problem der Geschichte, die er erzählt bekommt, erkennen und eine eigene Lösung finden. Auch Carmen Büge ist von der Methodik Ericksons überzeugt und meint „Nur wenn der Mensch die Lösung selbst findet, wird er auch danach handeln“.

 

Autorin: Inge Behrens

Homöopathische Heilmittel für die Seele

 Angst- und Schlafstörungen oder Depressionen: die Homöopathie hilft nicht nur bei körperlichen, sondern vor allem  bei vielen seelischen Beschwerden. Imge Behrens hat die Hamburger Heilpraktikerin Jenny Hertz befragt.

Die Samen der Ignatiusbohne enthalten die bekannte Substanz Strychnin. Jeder weiß, dass sie hochgiftig ist. Doch das darin enthaltene starke Nervengift ist auch ein Heilmittel, das verdünnt und homöopathisch aufbereitet bei Magen- und Darmschmerzen, Krämpfen, Leberbeschwerden und Vergiftungen eine lindernde Wirkung zeigt. Die homöopathische Arznei wirkt aber nicht nur körperlich, sondern ganzheitlich. Ignatia zeigt seine besten Eigenschaften bei seelischen Beschwerden wie nervöser Gereiztheit, Weinerlichkeit und depressiver Verstimmung. „Es ist ein gutes Kummermittel und hilft bei Verlust und Trennungsschmerz“, weiß die auf Homöopathie spezialisierte Heilpraktikerin Jenny Hertz aus praktischer Erfahrung.

Homöopathie – Gleiches mit Gleichem heilen

Über tausend verschiedene homöopathische Arzneien gibt es heute – hergestellt aus Mineralien, Pflanzen, Tieren und Tierprodukten. Jeder dieser Stoffe ruft bei einem gesunden Menschen eine ganz bestimmte Kombination von Symptomen hervor. Und für genau dieses Beschwerdebild eignet sich die Substanz auch als Arzneimittel. Davon war der Arzt Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie überzeugt. Er stellte Ende des 18. Jahrhunderts den medizinischen Grundsatz auf, dass man Gleiches sehr gut mit Gleichem heilen kann. Dabei geht die Heilkunst von folgender These aus: Je stärker der Ausgangsstoff verdünnt und desto öfter er verarbeitet wurde, umso stärker sind dessen Impulse und somit dessen Wirkungen. Deshalb sollen die kleinen weißen Globuli, wirken, obwohl sie praktisch nur aus Milchzucker bestehen. „Das Mittel ist sehr energiereich, da es bei jedem Verarbeitungsschritt energetisch immer mehr geladen wird“, erklärt die Hamburger Heilpraktikerin Jenny Hertz. Vor allem in der Behandlung psychischer Probleme und Beschwerden sieht sie eine große Stärke dieser alternativen Heilkunst. „Im Gegensatz zur Therapie mit Heilpflanzen ist das Einsatzgebiet der Homöopathie besonders bei psychischen Leiden viel breiter“, so Jenny Hertz. Selbst bei Ängsten und Zwängen haben Homöopathen gute Erfahrungen mit den verdünnten hochpotenten Substanzen gemacht. Der indische Psychiater Mahesh Ghandi weist darauf hin, dass das richtige homöopathische Mittel nicht nur bei einfachen psychischen Störungen, sondern sogar bei schweren psychotischen Krisen helfen kann. „Es stärkt das Ich und hilft zwischen den strengen moralischen Forderungen des Über-Ichs und den eigenen Wünschen zu vermitteln“.

Wie finde ich die richtige homöopathische Arznei für mich?

In der klassischen Homöopathie geht man davon aus, dass jeder Patient auf ganz spezifische und einzigartige Weise erkrankt und dieses Leiden auch auf ganz unterschiedliche Weise durchlebt. Die große Aufgabe, die es für den Homöopathen zu meistern gilt, ist die zum jeweiligen Patienten und seinen Beschwerden passende Arznei zu finden. Der homöopathische Behandler muss deshalb einen guten Zugang zur Persönlichkeit des jeweiligen Patienten finden. Daher ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt oder Heilpraktiker in der Anamnese, dem Erstgespräch, viel über die Lebensumstände des Patienten, seine Einstellungen und sein inneres Erleben erfährt. Die Anamnese erinnert so in mancher Hinsicht an ein psychotherapeutisches Gespräch. „Die ganzheitliche Heilung erreicht man am ehesten mit einem Mittel, das die Psyche in ihrer Komplexität voll erfasst“, erklärt Hertz. Die Entscheidung für ein Mittel trifft die Stuttgarter Ärztin Claudia de Laporte beispielsweise auch danach „wie die Patienten gestrickt sind und sich im seelischen Gleichgewicht zu halten versuchen. Ziehen sie sich zurück, werden sie wütend, sind sie überaktiv oder weichen sie auf körperliche Beschwerden aus“. Durch gezieltes Fragen kann der Behandelnde nacheinander viele der möglichen Mittel ausschließen. Die Patienten geben dem Behandler aber auch unbewusst viele Hinweise. Der argentinische Arzt Carlos N. Campora achtet sehr darauf, wie sich der Patient in seiner Praxis verhält, wie seine Gesten sind und seine Haltung, all dies ist sehr hilfreich bei der Suche nach dem richtigen Mittel. Hat er dieses gefunden, verabreicht er die Arznei meist in einer Hochpotenz, beispielsweise in der Dosierung C 200. Das Mittel muss der Patient ein- oder gelegentlich zweimal im Abstand von vier bis sechs Wochen einnehmen. Wichtig zu wissen: „Die Wirkung einer hochpotenten homöopathischen Arznei stellt sich nicht sofort ein, sondern erst nach längerer Zeit. Nach vier Wochen sollte eine spürbare Wirkung und Besserung der Symptome eintreten“, so die Homöopathie-Expertin Jenny Hertz. Doch nicht immer kann man so lange warten. Um die Psyche des Patienten schneller zu stabilisieren, verordnen homöopathische Ärzte begleitend zu den Globuli auch konventionelle Medikamente. Bei schweren Depressionen und Suizidgedanken ist es in jedem Fall notwendig, dass der Betroffene einen ausgebildeten Mediziner konsultiert.

Homöopathie für die Seele: Welche Heilmittel tatsächlich helfen

Da es selbst für Ärzte nicht so einfach ist das richtige Mittel zu finden, raten die meisten Vertreter der klassischen Homöopathie von einer Selbstbehandlung ab. Doch diese Sicht scheint der Heilpraktikerin Jenny Hertz zu dogmatisch. „Es gibt auch einige Mittel, die unabhängig von der jeweiligen Konstitution und Verfassung, bei den meisten Menschen ihre Wirkung entfalten“, sagt sie. (…)

Den vollständigen Artikel finden Sie unter:

www.bewusster-leben.de/homoeopathie-fuer-die-seele/

Chinesische Medizin als begleitende Krebstherapie

Immer mehr Patienten wünschen sich eine ganzheitliche Behandlung parallel zur Standardtherapie. Vor allem von der Chinesischen Medizin erhoffen sich viele eine Linderung der Nebenwirkungen. Die Schulmedizin öffnet sich ganz langsam.

Für jeden Menschen ist die Diagnose „Krebs“ ein Schock und löst enorme Ängste aus. Kaskadenartig erscheinen Leidensbilder von unglaublicher Wucht und Intensität vor ihrem inneren Auge. Dabei ruft nicht allein die Krankheit und die möglichen Schmerzen Panik hervor. Vor allem die Nebenwirkungen einer Strahlen- oder Chemotherapie und der damit einhergehende Verlust der Lebensqualität versetzen die meisten in Angst und Schrecken. Häufig geraten Menschen vor und während der Therapie deshalb in eine tiefe seelische Krise. Genau das kann zu einer zusätzlichen Belastung werden und der Genesung im Wege stehen. Denn es ist wichtig, dass der Patient zuversichtlich bleibt und von seiner Heilung überzeugt ist. Angst und Depression können die Erfolgsaussichten einer Chemotherapie ganz enorm mindern.

Die Schulmedizin kann dem Patienten nur wenig Beistand leisten und verweist meist auf Angehörige. Hinzukommt: Oft genug fühlt sich ein Krebspatient einem System, dessen Behandlungsstandards sich starr an den Leitlinien der Krankenkassen orientieren, hilflos ausgeliefert. Viele Patienten werden vom Arzt stark unter Druck gesetzt und glauben sofort dem vorgeschlagenen Behandlungsplan zustimmen zu müssen. Um die Nebenwirkungen zu lindern, versuchen viele Krebskranke deshalb in aller Eile parallel zur schulmedizinischen Behandlung  im riesigen Angebot an Naturheilkundlern und Heilpraktikern einen zusätzlichen Therapieansatz zu finden. 60 Prozent aller Patienten nehmen aus Angst vor den massiven Nebenwirkungen Naturheilmittel ein. Ob nun Mistel- oder Thymusextrakte, Vitamine oder auch homöopathische Präparate – jedes Mittel scheint als rettender Strohhalm recht. Oftmals informieren die Patienten den Onkologe darüber nicht, meist aus Furcht, der Arzt werde ihnen möglicherweise von der Einnahme der Naturstoffe abraten….

Schulmediziner öffnen sich der ganzheitlichen Therapie

Besser ist es, sich in Ruhe nach einer naturheilkundlich orientierten Komplementärtherapie in seiner Region zu erkundigen. Rat findet man beispielsweise bei der Deutschen Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr. Im optimalen Fall entwickelt der Onkologe gemeinsam mit den Therapeuten der alternativen Heilkunde einen Behandlungsplan, der nicht nur die Tumorbeseitigung zum Ziel hat, sondern auch die Nebenwirkungen lindert und wenn möglich auch die Erfolgsaussichten auf Heilung verbessert. Laut einer Umfrage….

Das Geheimnis echter Intimität

Deutschland ist auf dem besten Weg in eine Singlegesellschaft zu werden. Rund 20 Millionen Männer und Frauen zwischen 21 und 60 Jahren sind in Deutschland aktuell partnerlos. Geht die individuelle Freiheit und Autonomie den Deutschen über alles? So ganz stimmt das nicht. Zwar genießen viele nach der Trennung erst einmal ihre Freiheit und verspüren naturgemäß eine große Erleichterung. Nach einer gewissen Phase des Alleinseins entsteht bei vielen jedoch wieder der Wunsch nach einer Partnerschaft. Nach wie vor glauben die meisten, dass das Leben gemeinsam viel schöner sei als allein und glauben auch, dass sich Probleme gemeinsam oftmals leichter lösen lassen. Manche ahnen und andere haben es auch schon erfahren, dass eben nur zwischen zwei Liebenden „intensive Momente der Begegnung dauerhaft und reproduzierbar entstehen können“….

Raus aus dem Tief: Depression überwinden

Ein depressiver Mensch ist nicht nur hin und wieder traurig oder ab und zu verzweifelt. Das sind Gefühle, die sind normal und gehören zum Menschsein. Es ist ganz normal, wenn man sich schlecht und verzweifelt fühlt und die Stimmung schwankt. „Wer unglücklich in der Liebe ist oder unzufrieden im Beruf und wer vor schwierigen Entscheidungen steht, dreht sich häufig im Kreis, ist gefangen, bedrückt und mag sich an nichts freuen, deswegen ist er aber noch nicht depressiv“, meint Giger-Bütler Diese Zustände seien emotionale Verstimmungen und es gäbe viele Bezeichnungen, um die verschiedenen negativen Gefühlszustände zu benennen. Wenn jemand traurig, niedergeschlagen oder bedrückt, heißt das noch lange nicht, dass jemand depressiv ist. Man sollte deshalb den Überbegriff und das Etikett „Depressiv“ mit Vorsicht verwenden.

Aufgrund seiner langjährigen therapeutischen Erfahrung hat J. Giger-Bütler seine Auffassung von Depression gebildet. „Menschen sind depressiv, die ihr Leben lang geleitet sind, das zu machen, was andere von ihnen erwarten, die immer auf die anderen ausgerichtet sind, die sich zurückstellen, sich übergehen, sich nicht spüren und ernst nehmen, die ständig im Gefühl leben, etwas machen zu müssen (…) Entscheidend für die Depression sind daher Gefühle sich immer nur verpflichtet zu fühlen, nie frei zu sein, immer fremdgesteuert und nie selber entscheiden zu können. Es fehlt diesen Menschen das Grundvertrauen in sich und das Leben, ebenso der feste Boden und der sichere Halt in dieser Welt. Sie fühlen sich heimatlos, überfordert und permanent erschöpft…

 

Ich, ich immer nur ich

Narzissten beuten andere schamlos aus, sind rücksichtslos und kennen weder Skrupel noch zeigen sie Reue. Wird unsere Gesellschaft tatsächlich immer narzisstischer? Und falls ja, wie kann man sich wappnen?

Jeder Mensch benimmt sich mal daneben, verhält sich egoistisch oder nicht gerade mitfühlend. Man kann nun mal nicht immer sittsam, bescheiden und rein wie das Veilchen im Moose sein. Solange man bestimmte Regeln und Werte beachtet, zeugt es von gesundem Selbstbewusstsein, wenn man seine eigenen Interessen vertreten kann. In unserer Gesellschaft scheint es jedoch immer mehr Menschen zu geben, die sich rücksichtslos und ausbeuterisch verhalten. Immer öfter hört man Menschen sagen; „Der ist ein totaler Narzisst“. Sind wir tatsächlich auf dem Weg in eine narzisstische Gesellschaft?, wie es einige Soziologen und Psychologen befürchten. Eine amerikanische Studie der Staatlichen Universität Ohio hatte schon im Jahr 2006 ergeben, dass mehr Studenten narzisstische Verhaltensweisen zeigten als früher. Die Psychologin Jean Twenge hatte regelmäßig zehntausende Studenten getestet, um deren Grad der Selbstverliebtheit zu ermitteln. 1985 hatte jeder Siebte erhöhte Werte, 2006 war es schon jeder Vierte. Ein Phänomen, das Psychologen nicht nur in den USA, sondern überall in der westlichen marktwirtschaftlich geprägten Hemisphäre beobachten. Der Psychotherapeut Fritz Wandel ist ebenfalls davon überzeugt, dass immer mehr Deutsche an der Ich-Sucht litten und dass Narzissmus durch unser wirtschaftliches und soziales politisches System gefördert werde. „Da sich immer weniger Menschen an die alten christlichen und sozialen Werte gebunden fühlen, prägt sich der Sozialcharakter des Narzissten stärker aus“, so Wandel. Narzissmus sei ein Erfolgsrezept, so Wandel. Wer ohne Rücksicht auf Verluste seine Interessen durchzusetzen versteht, wird in unserer Ellbogengesellschaft oftmals noch belohnt (…)

veröffentlicht auf: www.psychologiebuch.de