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Wenn Allergiker reisen

Damit die schönste Zeit des Jahres nicht zur Qual wird, müssen Menschen mit Pollen- oder Hausstauballergie ihren Urlaub besonders gut planen. Die Stiftung ECARF orientiert über allergikerfreundliche Unterkünfte und Regionen. Ein besonders reizvolles Reiseziel stellen wir vor.

Sommerzeit ist Urlaubszeit: Endlich den stressenden Alltag hinter sich lassen, in reizvoller Umgebung etwas für die Gesundheit tun, endlich durchatmen. Für rund 12 Millionen Deutsche bedeutet die warme Jahreszeit allerdings auch Leidenszeit – und allzu oft das Gegenteil von Durchatmen. Eine Untersuchung der Kommis-sion Umweltmedizin am Robert Koch-Institut ergab 2016, dass mittlerweile knapp 15 Prozent der Deutschen von einer Pollenallergie betroffen sind.

Damit der Urlaub nicht zur gesundheitlichen Belastungsprobe wird, müssen Heuschnupfen-Geplagte bei der Auswahl ihres Reiseziels Obacht geben. Für sie empfiehlt sich der Urlaub in besonders pollenarmen Gegenden. Zu einer besonders großen Herausforderung kann der Ur-laub auch für Hausstauballer-giker werden. Dem Deutschen Allergie- und Asthmabund e. V. zufolge leiden immerhin zehn Prozent der deutschen Bevölkerung unter dieser zweithäufigsten Allergieform. Hausstauballergiker haben es auf Reisen doppelt schwer. Während Hausstaub-allergiker ihr eigenes Zuhause in ein allergiearmes und somit sicheres Areal verwandeln können, stellen öffentliche Räume wie Hotellobbys, aber auch ihre eigenen Hotelzimmer für sie echte Gefahrenzonen dar. Ob Bodenbeläge, Vorhänge, Polstermöbel, Matratzen oder Bettwäsche: all diese Materialien sind für sie mögliche Quellen der Qual. Darin setzt sich nämlich mit Vorliebe der Staub fest.

Genau genommen reagieren Hausstauballergiker nicht auf den Staub selbst überempfindlich, sondern auf eiweißhaltige Kotpartikel von Milben. Da sich die winzigen Spinnentiere bei Wärme und einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 60 Prozent besonders wohlfühlen, ist es für diese Allergiker generell ratsam, in trockene, eher kühle Urlaubsgebiete zu reisen.

Deutschland bietet vor allem eine Region, die dank ihrer klimatischen Bedingungen für beide Allergikertypen sichere Urlaubsziele sind. Die in den Oberallgäuer Alpen gelegene Gemeinde Bad Hindelang überzeugt mit sauberer, allergenarmer Luft.

Endlich durchatme in den Allgäuer Alpen
In Deutschlands höchstgelegenem Bergdorf Oberjoch ist die Luft fast immer kristallklar. Dort droben ist die Luft pollenarm und milbenfrei. Die Wetterlage ist meist „obheiter“, wie die Allgäuer sagen: Während unten im Tal die Wolken hängen, scheint hier auf rund 1150 Metern die Sonne. Die Gäste des Biohotels Mattlihüs atmen beste Luft bei Yoga, Tai Chi oder Qi Gong –mitten im Landschaftsschutzgebiet.

Der im Herzen der Allgäuer Alpen gelegene Teilort der 5000-Einwohner-Gemeinde Bad Hindelang ist unübersehbar ein Gesundheitsdorf. Es ist kein Zu-fall, dass sich hier die Alpenklinik Santa Maria befindet, das deutsche Hochge-birgszentrum für atopische Erkrankungen, zu denen nicht nur Asthma, sondern auch Heuschnupfen, Neurodermitis und Hausstauballergien zählen. Der Klinikchef Professor Dr. Josef Rosenecker hat immer wieder beobachten können, wie nicht wenige seiner Patienten innerhalb kürzester Zeit symptomfrei wurden.

Von Milben keine Spur

Auch im 150 Meter tiefer gelegenen Unterjoch gibt’s keine Milben. „Hier wurden uralte Matratzen vom Dachboden getestet, da war keine einzige Milbe drin“, so Veronika Seidel, Gastgeberin des 3-Sterne-Landhotels Berghof. Die Allgäuer  Gemeinde Bad Hindelang war das Leit- und Bundesmodellprojekt der ECARF-Stiftung. Sie erhielt im Jahr 2011 als erste Alpenregion die ECARF-Auszeichnung als „Allergikerfreundliche Kommune“. Max Hillmeier, der Tourismusdirektor von Bad Hindelang, erklärt, warum für ihn das Gütesiegel von Bedeutung war. „Statistisch gesehen ist in jeder Familie ein Allergiker. Da wir als heilklimatischer Ort auf Familie setzen, war es für uns selbstverständlich, dass wir uns auf Allergiker spezialisieren.“

Im Biohotel Mattlihüs in Oberjoch und im Hotel Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang können übrigens auch Lebensmittelallergiker ohne Vorbehalt richtig gut schlemmen. Jahrelange Erfahrung und viele Schulungen machen es den Köchen leicht, sich auf die Gäste und deren jeweilige Allergien einzustellen. Damit auch wirklich nichts den Urlaubsgenuss stört.

Von der Angst zur Liebe

Immer mehr Menschen plagen sich heute mit existenziellen Überlebensfragen und leben in ständiger Angst um das Morgen. Der Theologe Henri Nouwen erkannte, dass man dieser Angst nur mit Liebe begegnen kann. Er zeigt uns auch, wie man ein „Haus der Liebe“ baut.

Folgt man den Medien, so ist die Welt, in der wir leben, ein schrecklicher Ort. Jeden Tag berichten sie über Tsunami, Krieg und andere Katastrophen. Dabei werden uns ohne Unterlass angsteinflößende Bilder gezeigt. Doch kein Mensch kann all diese Schreckens-Szenarien verarbeiten. Man muss sich also fragen, welchen Sinn oder Nutzen haben diese Nachrichten überhaupt? „Was die Welt beschäftigt und wovon die Medien voll sind, ist nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Angst und Macht“, schrieb der katholische Priester und Seelsorger Henri Nouwen bereits in den 80er Jahren, dessen spirituelle Ratgeberbücher in den 70er und 80er Jahren großen Zuspruch fanden. Er erkannte, dass wir mehr denn je in einer angst-geprägten Gegenwart leben. In der westlichen gut informierten Gesellschaft hätten sich die meisten Menschen nicht nur diese Themen, sondern auch eine bestimmte fatalistische Sichtweise zu eigen gemacht. Unterschwellig scheinen sie alle dieselbe Botschaft zu vermitteln: Auf unserer Erde ist niemand sicher! Wir können nichts tun, als diesem Verderben nur hilflos und ohnmächtig zuzusehen und froh sein, wenn uns nichts passiert.

Nicht in Überlebensfragen und Angst verstricken

„Die Welt mit ihren angstbesetzten Fragen bestimmt in erheblichem Maße, wie wir an Menschen und Dinge denken, wie wir uns um sie sorgen“, stellte der 1996 verstorbene Henry Nouwen fest. Ein Zeichen dafür seien all die „Wenn“-Fragen, die wir uns beinahe täglich stellten. „Was soll ich tun, wenn ich später nicht von meiner Rente leben kann? Was soll ich machen, wenn ich meinen Arbeitsplatz verliere?“ oder „Was soll ich tun, wenn mein Kind Drogen nimmt?“ Solche oder ähnliche „Wenn“-Fragen sind unser tägliches Brot. Und auch die typischen „Wie“-Fragen, die man sich auf der Suche nach einer Lösung oder einen Ausweg stellt, sind nicht weniger bedrückend. Vermutlich fragen sich viele derzeit „Wie kann ich mich bloß finanziell absichern?“ oder „Wie soll ich das bloß alles schaffen?“ Aber auf all die „Wenn“- und „Wie“- Fragen gibt es keine vernünftigen Antworten. „Wir sind unter einem riesigen Netz ängstlicher Fragen gefangen, das zahlreiche, wenn nicht sogar die meisten unserer täglichen Entscheidungen bestimmt“, konstatierte Nouwen schon vor einigen Jahrzehnten. „Je mehr Fragen wir uns stellen und je mehr wir meinen, diese beantworten zu müssen, desto mehr begeben wir uns in das Haus der Angst“, glaubte er.

Wer in ständiger Angst lebt, beraubt sich seiner Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen

Die Angst ist eine grausame Tyrannin, die, wenn sie von uns Besitz ergreift, letztlich das Sagen über unser Leben hat. Wer in ständiger Angst lebt, beraubt sich auch seiner Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen. Und umgekehrt heißt das: Menschen permanent Furcht einzuflößen und sie in Angst zu halten, kann für ein Gesellschaftssystem durchaus von Nutzen sein, da man leichter Macht ausüben und die Menschen besser kontrollieren kann. Doch was ist das für ein System, das nur mit Hilfe der Angst in Gang und am Funktionieren gehalten werden kann? Aus alldem schloss der Theologe Nouwen: „Wer nicht zu einem ängstlichen, sorgenvollen und nervösen Menschen werden möchte, darf sich nicht in unnötige Überlebensfragen verstricken.“ Am besten achtet man also gut darauf, mit welchen Fragen man sich beschäftigen und die Seele belasten möchte, und vor allem: mit welchen nicht.

Auszug aus dem „Haus der Angst“

Jeder kennt Menschen, die für – wie Nouwen sie nennen würde – unnötigen Überlebensfragen wenig empfänglich sind und auch gar nicht wissen wollen, wie ihre Zukunft genau aussieht und trotzdem voller Zuversicht ins Leben blicken. Solche Menschen besitzen ein hohes Maß an Urvertrauen, das sie stets optimistisch auf die Welt blicken lässt, und ihnen das Selbstvertrauen und die Gewissheit schenkt, dass sie ihr Leben selbst steuern und gestalten können. Und nicht zuletzt verleiht es ihnen die Fähigkeit, anderen vertrauen zu können und sich mit nahestehenden oder auch fremden Menschen auseinanderzusetzen. In einem „Haus der Angst“, wie es Nouwen formuliert, gibt es all das nicht und wer darin wohnt, der fasst weder Vertrauen in sich, noch vertraut er anderen, sei es in einer Partnerschaft oder der Gesellschaft.

Nur die Liebe ist stärker als die Angst

Für Henri Nouwen ist die Liebe das einzige Mittel, mit dem man der Angst begegnen kann. Nur wenn wir die Ressource der Liebe in uns aufspüren und nähren, haben wir die Möglichkeit, dem „Haus der Angst“ zu entfliehen und uns stattdessen in einem „Haus der Liebe“ eintzruchten. Hier haben wir die Chance, eigene Perspektiven zu entwickeln und können Bewegungsfreiheit und wirkliches Leben finden. Hier kann unser Leben trotz schwieriger Umstände, Krankheit und Problemen gelingen und Freude machen. In der „Arche“, einer Lebensgemeinschaft geistig behinderter Menschen, in der Henri Nouwen als geistlicher Seelsorger seit 1986 gelebt und gearbeitet hat, hatte er genau das erfahren. „Auf irgendeine geheimnisvolle Weise bilden die Behinderten und ihre Betreuerinnen und Betreuer eine Gemeinschaft der Liebe, die stärker ist als die Todesängste der Bewohner“, schrieb er in seinem Band „Dem Leben neu begegnen“

Liebe kann mangelndes Urvertrauen ersetzen

In der „Arche“-Lebensgemeinschaft erkannte Nouwen einen „Ausdruck der Gegenwart Gottes“, in der Glück und Traurigkeit gleichermaßen gelebt werden. Doch auch wer nicht an Gott glaubt, spürt, dass Liebe eine spirituelle Dimension und Tiefe hat und letztlich das Einzige ist, was wir den harten Erfordernissen der Realität entgegensetzen können. Doch was kennzeichnet für Nouwen ein „Haus der Liebe“, das sich jeder gegen die Angst errichten sollte? Intimität ist für ihn das erste und offenkundigste Zeichen für ein „Haus der Liebe“. Es ist meist die Angst, die das Entstehen von Intimität im Keim erstickt. „Angst lässt uns voreinander fliehen oder aber uns aneinander festklammern. (…) Angst nötigt uns entweder zu allzu großem Abstand oder zu allzu enger Nähe.“ Beide Verhaltensweisen verhindern letztlich das Entstehen von Intimität, erkannte Nouwen.

In einem „Haus der Liebe“ achtet man sich selbst und will nicht jedem gefallen.

Warum aber haben wir das Bedürfnis, auf sichere Distanz zu gehen oder neigen zum Anklammern? Nouwen glaubte, dass dem weit verbreiteten Drang einerseits nach Abhängigkeit und andererseits nach Unabhängigkeit dieselbe Urangst zugrunde läge. Die Psychologie sieht den Grund dafür im mangelnden Urvertrauen eines Menschen, das sich bereits in den ersten Lebensjahren herausbildet. Menschen, die in dieser Urangst aufwachsen, darin gefangen sind und kein Urvertrauen entwickeln konnten, fühlen sich weder willkommen auf dieser Welt noch von ihren Nächsten angenommen und geliebt. Sie neigen deshalb dazu, sinn- und nutzlose Fragen zu stellen und haben das Gefühl, als läge die Last der ganzen Welt auf ihren Schultern, da sie sich für alles verantwortlich.

Wie man sich ein „Haus der Liebe“ baut

In den Schriften Henry Nouwens finden sich noch drei spirituelle Anregungen dazu, wie man ein „Haus der Liebe“ bauen kann, in dem man selbst und andere Geborgenheit und Anerkennung finden.

1. In einem „Haus der Liebe“ achtet man sich selbst und will nicht jedem um jeden Preis gefallen. Wer alles tut, um anderen zu gefallen, macht seine Identität vom Urteil anderer abhängig.

2. In einem „Haus der Liebe“ hat man die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, kann aber auch eine vertrauensvolle menschliche Gemeinschaft finden. „Ein Ort der Geborgenheit ist wie eine gewölbte Hand; weder ganz geöffnet noch ganz geschlossen: An diesem Ort ist Gedeihen möglich“, meinte Jean Vanier, der Gründer der „Arche“.

3. Wer sich im eigenen Haus unablässig von anderen in Anspruch nehmen lässt, wird irgendwann müde, ängstlich und ungehalten. Deshalb sollte man sich in einem „Haus der Liebe“ das Recht nehmen, selbst zu entscheiden, wann und wem man Zutritt zu seinem inneren Leben gewährt. Stellen Sie sich eine mittelalterliche Burg vor, die von einem breiten Wassergraben umgeben ist. Der einzige Zugang zum Inneren der Burg ist die Zugbrücke. Der Burgherr muss entscheiden können, wann die Brücke hochgezogen und wann sie heruntergelassen wird. Ohne diese Entscheidungsgewalt könnte er leicht Feinden, Räubern oder Wegelagerern zum Opfer fallen. Nie wäre er in seiner Burg sicher. Deshalb ist es ratsam, seine Zugbrücke unter Kontrolle zu behalten. Es muss Zeiten geben, in denen die Brücke hochgezogen bleibt und man denen zusammen zu sein, denen man sich nahe fühlt. Wer jedem jederzeit großzügig entgegenkommt, wird bald merken, dass er seine Seele verliert. Wer dagegen bewusst darauf achtet, wem er Einlass gewährt, wird in seinem Herzen neue Freude und neuen Frieden entdecken und imstande sein, diese Freude und diesen Frieden mit anderen zu teilen.

Inge Behrens

Sanfte Hilfe bei allergischer Augenreizung

Viele Medikamente versprechen Linderung, wenn die Augen geschwollen sind, jucken und brennen. Doch diese haben ihre Nachteile und nicht immer sind sie vonnöten. Oft können auch sanftere Mittel helfen.

Fast jeder Mensch sehnt sich nach dem Frühjahr, den ersten wärmenden Sonnenstrahlen, dem ersten sprießenden Grün. Nicht so Franziska K., sie ist froh, wenn diese Jahreszeit vorbei ist. Vor die Tür traut sie sich nur mit großer Sonnenbrille. Auch im Geschäft, in dem die Modeverkäuferin arbeitet, behält sie diese auf. Der Grund dafür: Wie viele Heuschnupfen-Geplagte leidet die 42-Jährige an einer allergischen Augenreizung, die durch Blüten- oder Gräserpollen ausgelöst wird.  Geraten die Schleimhäute von Nase und Augen in Kontakt mit der allergen-auslösenden Substanz weiten sich die feinen Blutgefäße und Flüssigkeit tritt aus. Rötung, Schwellung, Schnupfen und Tränenfluss sind die Folge. Erst wenn die Tränen die Allergene aus den Augen gespült haben, lassen die Beschwerden allmählich nach.

Wenn das Immunsystem überempflindlich reagiert

Was viele nicht wissen: Es sind nicht die Allergene selbst, sondern die körpereigenen Stoffe wie beispielsweise das Histamin, die diese Beschwerden hervorrufen. Der Organismus bekämpft die Pollen wie schädliche Krankheitserreger. Die Immunzellen schütten entzündungsfördernde Substanzen aus, die dem Organismus zusetzen. Deshalb zählt die Pollenallergie auch zu den Autoimmunerkrankungen. Damit die Bildung dieser Botenstoffe verhindert wird,  verordnet der Arzt meist entweder Histaminhemmer oder Medikamente mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure. Das Problem dabei ist: Das Medikament hilft nur, wenn man es präventiv in die Augen träufelt. Im Idealfall sollte es bereits zwei bis drei Wochen vor Beginn des jeweiligen Pollenfluges verwendet werden. Trotz entsprechender Kalender, die Aufschluss über die Blütezeit der verschiedenen Pflanzen geben, weiß man trotzdem meist nicht genau, wann mit dem nächsten Pollenflug zu rechnen ist. Zum einen schwankt aufgrund des Wetters die Blütezeit der verschiedenen Bäume und Gräser doch erheblich. Zum anderen stimmen die Vorhersagen von Apps und Internetportalen oftmals nicht, da die meisten über kein flächendeckendes Netz an Wetterstationen verfügen. Als verlässlich hat sich die Stiftung deutscher Polleninformations-dienst erwiesen, die in ihrem Newsletter wöchentlich eine Vorhersage anbieten (www.pollenstiftung.de).

Pflanzliche Heilmittel können helfen

Bei der Anwendung der Antihistaminika, die als Augentropfen verabreicht werden, kann es zu vorübergehenden Augenbrennen kommen. Alternativ zu der Schulmedizin bietet die Anthroposophische Medizin sanfte natürliche Hilfe. Ihr Anliegen ist es, nicht nur die Krankheitssymptome zu lindern, sondern auch die Selbst-heilungskräfte des Körpers anzuregen. Je nach Beschwerdebild und -grad können diese Mittel eine schulmedizinische Behandlung durchaus ergänzen. Patienten können die Anthropo-sophischen Präparate aber auch als alternative Therapie nutzen. Diese natürlichen Heilmittel enthalten verdünnte Auszüge aus pflanzlichen, tierischen und mineralischen Stoffen und sind homöopathisch. Als Globuli eingenommen oder als Tropfen zur äußeren Anwendung sollen sie dem Körper einen kleinen Impuls geben, um aus eigener Kraft, wieder ins Lot zu kommen.

Globuli geben leichte Impulse

Bei allergischen Erkrankungen hat sich die Eichenrinde bewährt. Dass sie antiallergisch wirkt, weiß man erst seit kürzerer Zeit. Für die Herstellung einer Arznei verwendet man nur die glatte,  Spiegelrinde jüngerere Eichen, da diese über einen hohen Gehalt an Kalksalzen und Gerbstoffen verfügen. Diese wirken austrocknend, entzündungshemmend und stärken zudem den Darm. Damit wird zugleich auch die Ursache für die Entstehung der Allergie behandelt. Häufiger als man bislang glaubte, ist eine gestörte Darmflora daran beteiligt.

Auch die Berberitze hilft nicht nur bei Bindehautentzündungen und anderen akuten Entzün- dungen und Schwellungen der Schleimhäute, sondern soll zugleich den gesamten Organismus kräftigen. So setzt man den heilpflanzlichen Wirkstoff Berberin, der vor allem in der Wurzel vorhanden ist, auch bei Leberfunktions-störungen, Gallenleiden, aber auch bei Gelbsucht und Verdauungsstörungen ein. Kombiniert wird diese Substanz mit dem Mineralstoff Quarz, der bei allen Störungen der Sinnesorgane helfen soll.

Die Pflanze Augentrost: ihr Name hält, was er verspricht

Für die Herstellung von antiallergischen Augentropfen werden vor allem pflanzliche Auszüge genutzt. Neben den Heilpflanzen Schöllkraut und Sonnenhut, hat sich vor allem der Einsatz von Augentrost bewährt.  Ihrer deutschen Bezeichnung macht sie alle Ehre. Auf lateinisch heißt die zartblättrige kleine Pflanze, die vor allem auf trockenen Weiden und Magerwiesen wächst, Euphrasia, was so viel wie Wohlbefinden oder Freude bedeutet. Diesen Namen verdankt sie zum einen sicherlich ihrem schönen Aussehen, doch zum anderen auch ihrer wohltuenden Wirkung. Augentrost kann vor allem die typischen Symptome einer Allergie wie Schwellungen und Augenreizungen lindern. Augentrost hilft aber nicht nur bei Heuschnupfen, sondern auch bei trockenen und übermüdeten Augen, da die Pflanze beruhigend wirkt. Ihr Einsatzgebiet ist aber noch umfassender. So kann sie auch bei Augenerkrankungen, wie Lidödemen, Gerstenkorn oder Bindehautentzündung schnell Besserung bringen.

Schon die Menschen im Mittelalter wussten dies zu schätzen. Damals zerstieß man die Pflanze samt Blätter und Stängel und legte die noch feuchte Mischung auf die Augen. Oder man träufelte den ausgedrückten Saft in die Augen. Die Heilpflanze eignet sich als verdünnter Auszug auch für die innere Anwendung. Dabei helfen diese Globuli nicht nur gegen Heuschnupfen, sondern auch bei Husten, Heiserkeit und Nebenhöhlenentzündung. Sowohl Globuli als auch Augentropfen sind frei von Nebenwirkungen und rezeptfrei erhältlich.

Akupunktur kann Augenerkrankungen lindern

Das Sehvermögen ist für die meisten Menschen wohl der wichtigste Sinn.  Doch fast jeder Mensch erkrankt irgendwann an einem Augenleiden. Mit alternativen Behandlungsverfahren wie der Augen-Akupunktur können viele typische Symptome gelindert  werden.

Die Vorstellung, zu erblinden oder sein Augenlicht zu verlieren, ist für die meisten Menschen erschreckend. Eine starke Einschränkung des Sehvermögens wird von den meisten Menschen schlimmer empfunden als der Verlust des Tast-, Geruchs-, Hör- oder Geschmackssinns. Jeder, der einmal versucht hat, sich mit geschlossenen Augen in seiner unmittelbaren Umgebung zurecht zu finden, weiß, wie schwierig dies ist und wie wichtig die Augen für unsere Orientierung sind. Schon leichte oder mittelschwere Störungen des Sehvermögens haben bereits unmittel-bare, teils drastische Auswirkungen auf unsere Lebensqualität. Leider sind Augenkrankheiten keine Seltenheit. 90 % aller Menschen bekommen im Laufe ihres Lebens ein Augenleiden. Man denke nur an die Alterssichtigkeit, von der ja kaum jemand verschont bleibt.

Viele Augenleiden lassen sich behandeln

Der Graue Star (fachsprachlich Katarakt genannt) trifft im Alter früher oder später fast ausnahmslos jeden. Hervor gerufen wird dieses Leiden durch eine Linsenalterung, die eine Trübung der ursprünglich klaren Augenlinse bedingt. Sie führt dazu, dass das gesehene Bild immer mehr an Schärfe verliert. Menschen mit einem Grauen Star haben das Gefühl, als ob sie durch einen Schleier sehen, der immer dichter wird. Während mehr als 90 Prozent der Deutschen diese Erkrankung den Namen nach kennen, ist den wenigsten Deutschen die häufigste Ursache für Altersblindheit bekannt: die Makuladegeneration, abgekürzt AMD genannt. Dabei wird zwischen „trockener“ und „feuchter“ Verlaufsform unterschieden. Mit ca. 85 Prozent ist die trockene AMD jedoch weitaus häufiger. Bei dieser Form kommt es über Jahre zum Verlust der lichtempfindlichen Zellen, die sich in der Netzhaut des Auges befinden. Nach und nach verschlechtert sich somit das Sehvermögen, wobei die Lesefähigkeit meist noch recht lang erhalten bleibt. Als Hauptursache für ihre Entstehung dieser Erkrankung gilt aggressives Sonnenlicht.

Für die degenerativen Entwicklungen am Auge sind aber auch noch weitere Faktoren verant-wortlich. So sind sie meist Folge mangelhafter Durchblutung und Stoffwechselstörungen des Organismus. Begünstigt wird dies häufig durch eine ungesunde Lebensweise, wie schlechte Ernährung, Rauchen und vieles mehr. „Das Auge steht oft erst am Ende einer langen Kette von Symptomen, die vom Patienten nicht oder zu spät erkannt werden“, schreiben Hans-Peter Wutta und Karin Brucker in dem Buch „Gesunde Augen“. Gerade die Makuladegneration galt bei den Schulmedizinern bisher als fast unheilbar. Doch mittlerweile weiß man, dass es eine Reihe an Verfahren gibt, die zu positiven Verbesserungen bei Augenerkrankungen führen können.

Die Augen-Akupunktur ist das derzeit erfolgreichste alternative Behandlungsverfahren bei Augenerkrankungen

Bei Augenleiden hat sich die die Augen-Akupunktur als die erfolgreichste aller alternativen Behandlungsmethoden erwiesen. Mit diesem neuen naturheilkundlichen Verfahren konnten erstmals erhebliche Verbesserungen in der Behandlung von Augenerkrankungen wie Grauer Star, Altersweitsichtigkeit und Makuladegeneration aber auch Grüner Star und Netzhauterkrankungen erzielt werden. Keine Angst, bei dieser Behandlungsmethode werden keine Nadeln in die Augen gesteckt. Vielmehr werden bei diesem ganzkörperlichen Verfahren verschiedene Punkte an Hand-, Fußsohlen und Knien akupunkiert. Das Besondere an dieser Methode ist, dass es sich dabei um eine Zusammenstellung verschiedener Punkte aus unterschiedlichen Mikro- und Akupunktursystemen handelt, die im Laufe der letzten dreißig bis vierzig Jahre von einer Reihe von Fachleuten und Heilkundlern aus aller Herren Länder entwickelt worden sind. Dabei gilt das ECIWO-System unter Fachleuten als die bedeutendste Methode in der Augen-Akupunktur. ECIWO ist eine Abkürzung und steht für Embryo Contains information of the whole organism (zu Deutsch: Ein Embryo enthält die Information des gesamten Organismus). Seine Wirksamkeit wurde in zahlreichen Studien an über einer Millionen Menschen wissenschaftlich nachgewiesen und dokumentiert. Auch der Kieler Arzt Hans-Peter Wutta hat 106 Patienten in einer auswertbaren Statistik zusammen gefasst und festgestellt, dass bei Männern zu 80 Prozent und bei Frauen zu 91 Prozent eine Verbesserung des Sehens durch Augen-Akupunktur erzielt werden kann.

Die alternative Behandlungsmethode ist nicht mit der Körperakupunktur der Traditionellen Chinesischen Medizin zu verwechseln. Während in der TCM auf Meridianen gearbeitet wird, behandelt man mit der ECIWO Akupunktur die Röhrenknochen in der Mittelhand. In der Augen-Akupunktur wird das ECIWO-System am zweiten Mittelhandknochen in zwei unterschiedlichen Stichtechniken genadelt. In einem Röhrenknochen erkennen die Ärzte ein Mikrosystem, auf dem sich der ganze Körper abbildet. Die ausgewählten Punkte stehen mit dem Auge, der Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse in Verbindung. All diese Organe haben einen Bezug zum Auge. Desweiteren werden Akupunkturpunkte an den Knien und an den Füßen, sowie an der Stirn genadelt. Die meisten Patienten haben nach dem Nadeleinstich eine sehr kurze, aber heftige Reaktion. „Es ist wie ein elektrischer Schlag“ oder „es ist als ob es den ganzen Arm entlang sehr warm wird“, berichten einige. Wärme, Kälte, elektrischer Strom, errötetes Gesicht, Kribbeln, sind dabei die häufigsten Effekte nach einer Akupunktur. Diese Reaktionen sind allesamt positive Anzeichen für die starke Wirksamkeit der Behandlung. Noch 30 Tage nach einer Akupunktursitzung konnte man anhand von Veränderungen der Blutzusammensetzung diese nachweisen. Da es wichtig ist, sofort eine starke Reizsetzung hervorzurufen, werden in vielen Fällen in den ersten Tagen jeweils zwei bis drei Akupunktursitzungen durchgeführt. In welchen Zeitabständen weiter akupunktiert wird, entscheidet der jeweilige, speziell ausgebildete Therapeut.

Info:  Beim Bund Deutscher Heilpraktiker e.V. erfahren Sie, wo man einen gut ausgebildeten Augen-Akupunkteur finden kann.

 

Wandern am letzten Wilden

Einer der schönsten Weitwanderwege Europas führt am Lech entlang – einem der letzten Wildwasserbäche der Alpen. Das Erleben der teils mystischen teils märchenhaften Bergwelt öffnet den Blick für die eigene Seele.

Den Sorgen und Problemen einfach davon laufen, Abstand zu den Nöten und Sorgen des Alltags gewinnen, all das kann man am besten beim Bergwandern. In der Erhabenheit der Berge und aus der Höhenperspektive relativiert sich so vieles, was sonst wie ein unüberwindbarer Berg erscheint. Tanja Kneisel aus Landsberg wollte vor zwei Jahren einfach nur weg vom Alltag und entschied sich deshalb, ganz allein mehrere Etappen auf dem 125 Kilometer langen Lechweg zu pilgern. Auch die Münchnerin Karla Gülde zieht es immer wieder in die stille Vorarlberg-Region, wenn sie wieder mal den „Blues“ hat.

In ganz Europa gibt es zwar zahlreiche Wanderwege, auf denen man ganz entspannt auf horizontalen Pfaden wandern kann. Doch der erst vor fünf Jahren offiziell eröffnete Lechweg sucht seinesgleichen, begleitet der mal sanft plätschernde und mal wild sprudelnde Fluss den Wanderer fast die gesamte Strecke – von der beim Formarinsee gelegenen Quelle bis zum Lechfall in Füssen. Dabei führt er durch drei Länder, vom österreichischen Bundesland Vorarlberg durch das Tiroler Lechtal bis nach Deutschland ins Allgäu und ist somit im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitend.

Mystische Welt am Formarinsee

„Sportlich Geübte können die sieben Etappen mit An- und Abreise in acht Tagen bewältigen. Das ist die klassische Variante“, sagt Ramona Sprenger, Pressereferentin des Lechwegs-Vereins. Viele nehmen sich jedoch auch acht oder gar zehn Tage Zeit, um die Natur und die Aussichten intensiver betrachten und erleben zu können. Und viele wie Tanja K. laufen auch nur zwei oder drei Etappen.

Da die Wildflusslandschaft zum Glück keinem Kraftwerk geopfert wurde, ist der Lech noch eines der letzten fast intakten Flusssysteme der Alpen. Der Weg geht deshalb weitestgehend durch unberührte Natur und bietet viele einzigartige Erlebnisse. So findet man dort Gämse und gelegentlich sichtet ein Wanderer auch ein Murmeltier. Auf der ersten Etappe vom knapp 1900 Meter hoch gelegenen Formarinsee nach Lech kommt er auch an eine der letzten Steinbock-Kolonien Europas vorbei.

“Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer den man nicht weggehen kann“, schrieb schon der Philosoph Sören Kierekgaard

Tanja K. war fasziniert von der kargen Hochgebirgsregion am Formarinsee. Die Stimmung sei dort geradezu unglaublich gewesen, so mystisch wie auf Island, erinnert sich die zweifache Mutter und fügt hinzu „Wenn hinter einem Stein ein Gnom geschaut hätte, wäre ich nicht verwundert gewesen“. Kurz vor Lech, bei Tannberg, kann der Wanderer schon aus der Ferne einen zauberhaften Wald erblicken. Die Münchnerin, Karla G., zieht es immer dann in die stille Vorarlberg-Region, wenn sie wieder mal den „Blues“ hat. Vor allem die zweite Etappe, die von Lech nach Gehren ins Lechtal führt, liebt sie besonders. Der 14 Kilometer lange Pfad verläuft erst oberhalb der Lechschlucht und führt danach hinter dem Dorf Stubenbach stetig durch einen Höhenwald bergauf zum Walserdorf Warth. „Die Steigung ist sanft, man spürt kaum, dass es 700 Meter hinauf geht. Dieser kontinuierliche Aufstieg tut mir gut. Ich merke förmlich, wie mir bei jedem Schritt leichter ums Herz wird“, so die Münchnerin.

Kurz vor Warth gibt es einen kleinen Naturbadesee, an dem sie bei schönem Wetter meist Rast macht. „Dort merke ich schon, dass der gleichmäßige sanfte Anstieg meine Traurigkeit vertrieben hat“, erzählt sie.

Weitwandern beglückt die Seele

Von wissenschaftlicher Seite wird ihr subjektives Erleben durchaus bestätigt. So berichtet der Psychiater Dr. Reinhard Haller, dass neuste Forschungen belegen, dass man beim Bergwandern regelrecht in einen positiven Höhenrausch geraten kann. Beim kontinuierlichen Aufstieg werden mehr Glückshormone, allen voran Serotonin und Endorphine ausgeschüttet. „Wir wandern der Depression davon und überwinden durch Wandern den schweren Berg der Traurigkeit“, erklärt der Mediziner….

 

Tango hilft bei Parkinson


Muskelsteifheit und Bewegungsstörungen sind typische Folgen der Parkinson-Erkrankung. Studien haben ergeben, dass das Tangotanzen die körperlichen Symptome lindert. Und es hat noch viele andere positive Effekte.

Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann“, sagte schon einst der argentinische Komponist Enrique Santos Discépolo. Wie traurig muss es erst sein, wenn Parkinsonkranke Tango tanzen? Ich kann mir nicht so recht vorstellen, wie jemand, dessen Körper sich mehr und mehr seiner eigenen Kontrolle entzieht, fließende Bewegungen ausführt und über das Parkett dahingleitet. Doch in der Körber-Stiftung in Hamburg-Bergedorf findet ein beinahe normaler Tangokurs statt. Ich bin überrascht, mit welcher natürlichen Begeisterung und Freude die Teilnehmer Tango tanzen. Thomas, der bereits unter den klassischen Symptomen wie Muskelsteifheit und Tremor leidet, führt seine Tanzpartnerin gelassen und sicher über das Parkett. Die Wendungen und Richtungswechsel, die manchen Parkinsonkranken eigentlich so große Probleme bereiten, bewältigt er elegant.

Das Tangotanzen hat einen hohen therapeutischen Wert

Etwas ungewöhnlich ist auch, dass der 90-minütige Kurs mit Aufwärm- und Koordinations-übungen im Sitzen beginnt. Wenn es mit einer Übung zu Anfang nicht so richtig klappt, ist das nicht weiter schlimm. Jeder scheint seine eigenen körperlichen Grenzen und die der anderen zu akzeptieren. Die Atmosphäre unter den acht Kursteilnehmern ist dementsprechend locker, heiter und entspannt. „Jeder versucht, jeden mitzunehmen“, erklärt Kursleiterin und Tangolehrerin Ingrid Saalfeld. Niemals wird beim Tanzen eine überzählige Person ausge-schlossen, notfalls tanzt man den Tango zu dritt.

Das Tangotanzen hat einen hohen therapeutischen Wert. „Das Tangotanzen macht nicht nur Spaß, sondern hat auch einen hohen therapeutischen Wert. Durch das regelmäßige Training konnte bei vielen Parkinson-Erkrankten die Medikamentendosis reduziert werden. Das wurde gerade durch eine amerikanische Studie bestätigt“, weiß Saalfeld. Tatsächlich berichtet der amerikanische Medizinjournalist Jon Palfreman in seinem Buch „Stürme im Gehirn“, dass eine neue Studie gezeigt habe, dass Parkinson-Patienten nach zwölf Monaten Tangotanzen ihr Gleichgewicht besser halten konnten, einen besseren und sicheren Gang aufwiesen und über verbesserte Multitasking-Fähigkeiten verfügten. Thomas, der seit einem Jahr regelmäßig an Saalfelds Kurs „Tango Argentino – für Menschen mit Parkinson“ teilnimmt, kann das nur bestätigen. Zu Beginn des Tanzkurses leide er meist sehr unter seiner Muskelsteifheit – nach….

Vergesslichkeit: Nur ein bisschen schusselig oder schon dement?

Mann ärgert sich über seine mangelnde Merkfähigkeit.

Vergesslichkeit: Ursachen erkennen und behandeln

Jeden lässt mal das Gedächtnis in Stich. Ältere Menschen befürchten meist gleich eine Demenz. Vergesslichkeit kann jedoch viele Ursachen haben. Und die gute Nachricht: man kann Demenzerkrankungen auch vorbeugen.

Wie viel Vergesslichkeit ist eigentlich normal?

„Wo habe ich bloß das Auto geparkt?“ Oder „wo habe ich nur meine Brille hingelegt?“ Solche Gedächtnispannen sind jedem schon passiert. Und wem lag nicht schon mal ein Begriff auf der Zunge, aber das Wort wollte einfach nicht herauskommen. Fast jeder leidet mal unter Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche oder Störungen des Kurzzeitgedächtnisses. Von solchen geistigen Aussetzern lassen sich junge Menschen meist nicht beunruhigen.

Haben Menschen jedoch erst einmal die Lebensmitte überschritten, wird jede Schusseligkeit schnell als ein bedrohliches Anzeichen dafür gewertet, dass es mit dem Gehirn bereits bergab gehe. Viele Ältere sehen dann schon das Damoklesschwert „Demenz“ über ihrem Kopf schweben.

Vorsicht Schütteltrauma

Nicht schütteln! von Libellefilm auf Vimeo.

Schütteltrauma verstehen und vermeiden

Das Schütteltrauma-Syndrom gehört zu den schwersten misshandlungsbedingten Verletzungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Und es weist die höchste Sterberate auf.

Schon drei Mal ist der junge Vater aufgestanden, um sein schreiendes Kind zu beruhigen. ‚Was hat es denn bloß?‘, fragt er sich. Hungrig kann es nicht sein. Die Windel hat er auch gewechselt. Und krank ist es auch nicht. Er möchte endlich seine Ruhe haben und fühlt sich enorm gestört. Von Minute zu Minute nimmt seine innere Anspannung zu, er fühlt sich völlig überfordert. Irgendwann liegen seine Nerven blank.

Er verliert die Beherrschung, packt das Baby am Brustkorb und schüttelt es einige Male voller Wut hin und her. In diesem Moment weiß er noch nicht, was er damit gerade seinem Baby antut. Denn wenige Sekunden Schütteln genügen, um sein Schicksal zu besiegeln. Schütteln endet häufig sogar tödlich.

Bei den Opfern handelt es sich nahezu ausschließlich um Säuglinge. Damit ist das Schütteltrauma die häufigste nicht-natürliche Todesursache im ersten Lebensjahr.

Ein hoher Anteil der Babys, die das Schütteltrauma überleben, erleiden so schwere Hirnschädigungen, dass sie lebenslang schwerbehindert bleiben. Meist sind sie taub, blind oder gelähmt. Das bedeutet, dass sich die betroffenen Kinder niemals mehr wie andere Gleichaltrige entwickeln werden.

Was ist ein Schütteltrauma?

Die wenigsten sind sich den verhängnisvollen Auswirkungen des Schüttelns bewusst. Wer jedoch einen Säugling am Rumpf packt und auch nur wenige Male kräftig hin und her schüttelt, verursacht mit großer Wahrscheinlichkeit ein Schütteltrauma-Syndrom. Denn dabei wird der Kopf in eine heftige unkontrollierte rotierende Bewegung versetzt. Die dabei entstehenden Scher- und Rotationskräfte wirken besonders stark und verheerend, da das Gehirn des Säuglings und die umgebenden Strukturen noch besonders zart und verletzlich sind.

„Außerdem hat ein Säugling aufgrund seiner noch schwachen Nackenmuskulatur kaum Kontrolle über seinen Kopf. Daher fliegt der Kopf eines Säuglings ungebremst hin und her“, erklärt der Neuropathologe und Privatdozent Dr. med. Jakob Matschke vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Erschwerend kommt hinzu, dass der Kopf bei Babys im Vergleich zum Körper noch überproportional groß und schwer ist.

Warum Schütteln so gefährlich ist

„Beides zusammen verstärkt die Kräfte noch, die beim Schütteln auf das Kind einwirken“, erklärt Dr. Matschke weiter. „Außerdem ist bei kleinen Babys die sogenannte Markscheide, die die Nerven schützend umhüllt, noch nicht vollständig ausgebildet. Das Gewebe in ihrem Gehirn ist dadurch viel weicher und verletzbarer als bei Erwachsenen“, so der Neuropathologe.

Durch Scher- und Zugkräfte können Blutgefäße einreißen, was zu Blutungen im Schädelinneren und Netzhautblutungen führt. Auch Nervenfasern können in seltenen Fällen geschädigt werden. Überlebenden Kindern drohen nicht nur lebenslang Seh- und Sprachstörungen, sondern auch motorische Störungen.

„Schütteltrauma gibt es in vielen Ausprägungen“, erklärt Privatdozentin Dr. med. Dragana Seifert, Fachärztin für Rechtsmedizin am UKE. ….

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Text: Inge Behrens

Konzept: Loerke Kommunikation GmbH, Hamburg im Auftrag der API Kinder- und Jugendstiftung e.V.

Schütteln ist Kindesmisshandlung

Zwischen 100 und 200 Babys werden laut Statistischem Bundesamt jedes Jahr in Deutschland Opfer groben Schüttelns. Schätzungsweise 400 Kinder erleiden schwerste Behinderungen. Die Dunkelziffer ist hoch, aber immer öfter wird das Schütteltrauma-Syndrom dank der bildgebenden Verfahren und anderer diagnostischer Methoden entdeckt.

Kinder- und Jugendärzte oder Rechtsmediziner – sie alle erleben es immer wieder, dass die Täter nicht erzählen und zugeben mögen, was genau vorgefallen und passiert ist. Die wichtige und richtige Diagnose wird dadurch erschwert und verzögert.

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) werden deshalb alle Kinder, die eine verdächtige neurologische Symptomatik zeigen, mit bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT) und Computertomografie (CT) untersucht. Die Bilder können Hinweise darauf geben, dass ein Kind ein Schütteltrauma-Syndrom erlitten hat.

Augenärztliche Untersuchungen im Hinblick auf Blutungen im Bereich der Netzhaut erhärten die Diagnose. Vor allem die Kombination dreier typischer Leitbefunde lassen keinen Zweifel daran: Blutungen unter der harten Hirnhaut, Netzhautblutungen sowie diffuse Hirnschäden sind ein klarer Hinweis darauf, dass diese nicht durch einen Unfall wie einen Sturz verursacht worden sind, sondern durch grobes Schütteln…..

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Text: Inge Behrens

Konzept: Loerke Kommunikation GmbH, Hamburg im Auftrag der API Kinder- und Jugendstiftung e. V.

 

Burnout erkennen, behandeln und besiegen

Vier Paar Hände halten rotes Schild mit Aufdruck: Burnout.

Burnout-Syndrom: das neue Volksleiden einer gestressten und gehetzten Gesellschaft

Immer mehr Deutsche fühlen sich gestresst: Mediziner sehen darin die Hauptursache für das Entstehen des Burnout-Syndroms. Fast jeder kann in diesen Risikozustand geraten, der Körper und Seele enorm zusetzt. Erste Anzeichen sollte man deshalb ernst nehmen

Was ist Burnout?

Kraftlos, erschöpft und niedergeschlagen: immer mehr Menschen suchen den Arzt auf, weil sie den beruflichen Anforderungen nicht mehr gewachsen sind und ihren Alltag kaum noch bewältigen können. Dem Gesundheitsreport 2016 des BKK Dachverbandes zufolge, ist die Zahl der Krankheitstage durch Burnout seit 2005 bis 2015 um fast 700 Prozent gestiegen. In die Statistik fließen die Krankheitstage aller 76 BKK-Mitglieder ein.

Diesen Trend kann Cornelia Weickert-Schwiertz, eine von drei Allgemeinmedizinerinnen der hausärztlichen Praxisgemeinschaft in Hamburg Altona bestätigen. In den letzten Jahren hat auch in ihrer Praxis die Zahl der Patienten mit Psychodiagnosen deutlich zugenommen. Immer häufiger attestiert die Ärztin eine psychovegetative Erschöpfung. Diese Erkrankung ist im ICD 10, einer internationalen Klassifikation von Krankheiten erfasst. Um mit der Krankenkasse abrechnen zu können, muss die Ärztin den Code F 48 angeben. Darunter findet man die neurotischen Störungen. Sehr häufig sei damit das Burnout-Syndrom gemeint, erklärt die erfahrene Hausärztin. Da jedoch das „Ausgebranntsein“ bis heute nicht als Krankheit anerkannt ist, sondern lediglich als nicht behandlungswürdiger Risikozustand gilt, können Ärzte wie Weickert-Schwiertz diese Diagnose nicht stellen…..

Wenn Sie mehr lesen wollen, gehen Sie auf die Web-Site: http://www.phytodoc.de/erkrankungen/psyche-burnout